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Nach der Abstimmung bleibt nicht alles gleich!

Es gibt zwei Ja-Komitees und ein paar einzelne GegnerInnen. Alle interpretieren die Vorlage anders. Einig scheint man sich nur darüber, dass es keine neuen Gesetze brauche und keine grossen Veränderungen auf uns zu kämen. Weder bei einem „Ja“ noch bei einem „Nein“.

Warum stimmen wir überhaupt ab? Und warum legen sich Parteien und Verbände von rechts bis links trotzdem so ins Zeug?  Warum die riesigen Plakatwände und die vielen Installationen für ein „Ja“ am Strassenrand?

Weil wir gut leben wollen, auch in Zukunft.

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  • Ja oder Nein?

    Sollen wir „Ja“ stimmen in der wagen Hoffnung, die eine oder andere Interpretation setze sich durch? Oder vielleicht ist „leer“- Einlegen eine Variante. Aber wenn ein Text zur Verfassungsänderung derart viel Spielraum lässt, müssen auch die Nein-Stimmen interpretiert werden, denn die „Nein“ könnten zum Beispiel bedeuten „So nicht mit uns!“.
  • Nach der Abstimmung wollen alle die Interpretationshoheit

    Eins ist klar: Mit der Abstimmung beginnt die realpolitische Debatte. Die Diskussion darüber, welche Landwirtschaft wir bereit sind, zu halten, zu fördern und zu unterstützen. Im Parlament werden bald die Verordnungen 2018 und vor allem die AP 20+ diskutiert, und um ihre Position zu stärken wollen alle Befürworter ein möglichst breite Ja-Basis am 24.9. Die einen hoffen dadurch das Budget der Direktzahlungen und den Grenzschutz zu erhalten, während die andern durch die Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses darauf zählen, mehr interne Kaufkraft freizusetzen, um dadurch neue Wachstumsimpulse zu ermöglichen.

    Die Diskussion ist wichtig. Nicht nur im Parlament, das sicher stellen will, dass die Landwirtschaft nachhaltig produzieren kann, sondern auch in der breiten Bevölkerung. Welche Lebensbasis Landwirtschaft wollen wir? Landwirtschaft ist eine bodengebundene Wirtschaft und kann als solche nicht mit dem 2. und noch weniger mit dem 3. Sektor Schritt halten.

  • Wir brauchen zukunftsfähige Lösungen

    Wir brauchen eine möglichst staatsunabhängige, selbsttragende Wirtschaft. Nebst den regional verankerten KMUs gehören auch gemeinnützige und frei zugängliche Institutionen und Organisationen dazu, die ökologische und soziale Werte verbinden ohne Wachstumszwang. Statt kurzfristiger Maximierung streben sie langfristige Verbesserungen an.  Landwirtschaft und Lebensmittel als Commons?  Darum geht’s an der Tagung am 14.Oktober in Olten: Gemeinsam statt Einsam – dank regionalem Wirtschaften →

    Daneben es braucht einen politischen und gesetzlichen Rahmen, der lokales Wirtschaften ermöglicht. Der wird für die Landwirtschaft durch Artikel 104 in der Verfassung, der daraus abgeleiteten „Agrarpolitik“, diversen Gesetzen, und unzähligen Verordnungen und Richtlinien geregelt. Um die Interpretationshoheit dieses politischen Auftrags geht es am 24.9.

    Deshalb ist es keinesfalls so, dass ein Ja am 24.9. auch die Forderungen der Initiative für Ernährungssouveränität einschliesst und diese damit hinfällig würde. Im Gegenteil, die Diskussion über Ernährungssouveränität, wie sie von der Allianz für Ernährungssouveränität gefordert wird, wird sodann erst richtig eröffnet → .

    Suchen wir zusammen Lösungen für eine hoffnungsvolle Zukunft, auch für die, die nach uns kommen!

  • Weiterführende Links

    Abstimmung über den Gegenvorschlag zur Ernährungssicherheitsinitiative:

     

    Gedankenanstösse zur Frage Welche (Land-)Wirtschaft wollen wir?:

 

 

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