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25 => 47 Gemüse

GemueseGemüse und Früchte enthalten alle Vitamine und Mineralstoffe, die man zum Leben braucht. Frisches Saisongemüse ist die Grundlage für eine gesunde Ernährung. Es ist ein wichtiger Lieferant von Vitaminen und Mineralstoffen und enthält viele Ballaststoffe. Eine pflanzliche, gemüsereiche Ernährung beugt Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Übergewicht und Diabetes vor.

Der Konsum von Gemüse ist steigend. Pro Jahr und Kopf werden in der Schweiz etwa 85 kg Gemüse gegessen. Etwas mehr als die Hälfte davon ist lokal hergestellt, der Rest ist Import-Gemüse. Die Einfuhren von Frischgemüse und Frischobst, welche in der Schweiz angebaut werden können, beliefen sich 2013 auf 231 000 t bzw. 57 000 t. Die Exporte waren mit 700 t Gemüse und 1 600 t Obst unbedeutend.

Die grossen Konzerne machen nicht vor der konventionellen Pflanzenzucht halt. Egal, ob es sich um Schweine, Brokkoli oder eine bestimmte Tomatenart handelt, die Pflanzenzüchter wollen sich am liebsten alles patentieren lassen, um so ihre Marktmacht zu steigern. Kritiker gehen davon aus, dass durch die Patentierung die Preise für Lebensmittel und Saatgut steigen, was Nahrungsmittelkrisen verschärfen kann.

Wer keine Pestizide in seinem Gemüse haben will, setzt auf Bio. Doch das grosse Bedürfnis vor allem der Städter nach Natur und frischem Gemüse haben die Multis längst erkannt. Bereits heute wächst “in unserer Region für unsere Region” Bio-Gemüse aus importierten Setzlingen, bestäubt durch importierte Bienen und gepflückt von importierten ArbeiterInnen. Haben die Treibhäuser Doppel(plastik)wände, dürfen sie sogar mit Öl geheizt werden. Nun wird tatsächlich auch noch darüber diskutiert, die Pflanzen zusätzlich mit direkt wasserlöslichem Nitrat zwangszuernähren. Will man wirklich wissen, was man da isst, bleibt noch, sein Gemüse beim Bauern seines Vertrauens zu kaufen oder es selber anzubauen.

In der Schweiz existieren immer mehr Gemüsegenossenschaften und Gemeinschaftsgärten, die z.T. in Verbänden organisiert sind (Regionale Vertragslandwirtschaft RVL und FRACP). Indem sich immer mehr Konsumenten in Landwirtschafts-Kooperativen und -Genossenschaften engagieren wird der Kreislauf wieder übersichtlicher, die Qualität sicherbar und die Wirtschaft nachhaltig. Kleine, vielseitige, lebendige Kulturen fast ohne Maschinen statt grosser Monokulturen ohne Menschen. Auch der klassische Schrebergarten am Stadtrand erfährt ein Revival. Egal, ob organisiert oder lose, im Stadtkern oder der Peripherie, der Beton blüht überall.

 

Beiträge auf Agrarinfo:

Aus der Stadt. Für die Stadt.

Liste regionaler Vertragslandwirtschaftsprojekte

Weiterführende Links und Quellen:

gemuese.ch

Agrarbericht 2014 BWL

Bei PETA2 gibts eine praktische Nährwerttabelle, die aufzeigt, wo welcher Nährstoff enthalten ist und welche Funktion dieser erfüllt

Patente in der Landwirtschaft

Dirty dozen, clean fifteen: Liste der am meisten und am wenigsten pestizid-kontaminierten Früchte und Gemüse (engl.)

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Datum:April 29, 2015