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61 => 66 Hühner

huehnerÜber 50 Milliarden Stück Geflügel werden weltweit pro Jahr verarbeitet. Als Konsequenz der Globalisierung beherrschen zwei Firmen die Genetik von 3/4 allen Mastgeflügels. Spezielle Hochleistungs-Hybrid-Masthühner sind einseitig auf rasches Fleischwachstum gedrillt. Die meisten werden als Eintagsküken importiert, in der Schweiz gemästet und geschlachtet, so können sie als Schweizer Poulet verkauft werden. Konsumentinnen und Konsumenten kaufen auch lieber Schweizer Eier, obwohl diese teuerer sind als importierte. Nirgendwo sonst auf der Welt, nur in der Schweiz, sind Batteriehühner verboten, und das schon seit über 25 Jahren. Die erlaubten Besatzdichten sind niedriger als in der EU.

Doch „glücklich“ sind nur wenige Schweizer Hühner. Hybrid-Legetiere sind einseitig auf hohe Legeleistung gezüchtet. Ein solches Huhn legt 300 Eier pro Jahr! Für die männlichen Küken aus den Legelinien hat die Industrie keine Verwendung: Über 40 Millionen pro Jahr werden deshalb weltweit getötet und wandern in den Abfall. In der Schweiz fallen auch jährlich über eine Million gerade mal 18 Monate alter, tierfreundlich gehaltener Bio- und Freilandlegehühner zum Schlachten an. Allerdings liefert eine Legehenne weniger Fleisch als ein Masthähnchen. Deshalb importiert man lieber billiges Geflügelfleisch aus Massentierhaltungen. Neben 700 Millionen Eiern werden jährlich auch 46’500 Tonnen Geflügelfleisch in die Schweiz importiert. Jedes zweite in der Schweiz verzehrte Poulet stammt aus dem Ausland. Diese Tiermast wird von Agrarkonzernen dominiert und bringt weltweit hunderttausende von Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern um Arbeit und Verdienst.

Die heutige intensive Pouletmast wäre auch ohne präventiven Einsatz von Antibiotika gar nicht möglich. Stetig steigender Kostendruck, immer grössere Mastställe und immer mehr Tiertransporte führen zu einer Überforderung des Immunsystems der Tiere. Auf Grund des Kostendrucks werden die Grenzen der Natur mit Antibiotika übergangen, zum Beispiel indem Medikamente direkt unter das Futter gemischt werden. Die Folge: Drei von vier Schweizer Poulet-Erzeugnissen sind mit Antibiotikaresistenten Keimen kontaminiert. Das zeigen neue Zahlen des Bundes. Das Problem wird bereits mit den Eintagsküken respektive mit den Eiern in die Schweiz importiert.

Gefragt ist die Zucht robuster Tiere und gesunde Haltungsformen – und nicht Freihandelsverträge, die einheimische Anstrengungen für eine tierfreundliche Landwirtschaft und den Konsumentenschutz unterlaufen und im Inland verbotene, tierquälerische Massentierhaltungen ennet der Grenzen unterstützen und fördern.

 

Beiträge auf Agrarinfo:

Wenn Antibiotika krank machen

 

 

Weiterführende Links und Quellen:

Im Akkord zur Schlachtreife

Zugelassene Höchstbestände

Gentech im Hühnerfutter

Verstecktes Tierleid in Importgeflügel

Multiresistente Keime im Pouletfleisch: srf.ch

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Datum:April 29, 2015