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31 => 12 Milch

Melken

Seit der Industrialisierung hat sich die Schweiz auf die Milchwirtschaft spezialisiert. In der Schweiz gibt es heute 858’000 Milchkühe. Der Druck auf die Branche ist enorm.

Die Mehrheit der Bauern haben für Stallbauten und diverse Anpassungen, für Melkmaschinen oder -Roboter Kredite aufgenommen, die verzinst und abgezahlt werden müssen.  Es ist ihnen deshalb nicht möglich, einfach aufzuhören, weils keinen Sinn mehr macht.  Weil die Preise immer tiefer sinken versuchen (zu) viele, den Gewinnverlust mit der Menge wett zu machen. Mit der Folge, dass noch mehr produziert wird und der Preis weiter sackt.

Im Vergleich mit dem Milchjahr 2000/01 stieg die vermarktete Milchmenge je Kuh um fast 20 % und je Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche um mehr als 30 %. Sie betrug im Milchjahr 2012/13 5 990 kg je Kuh und 5 595 kg je ha.

Es gibt A, B und C Milch:
A-Milch: Wertschöpfungsstarke Produkte mit Grenzschutz und solche mit Rohstoffpreisausgleich.
B-Milch: Milchprodukte ohne Grenzschutz oder Rohstoffpreisausgleich für den Inlandmarkt und den Export.
C-Milch: Wertschöpfungsschwache Produkte für den Weltmarkt.
Für Bauern ist die Lieferung freiwillig.

Die Melkmaschinen führen Statistik, welche Kuh wie viel Milch gibt. Die Kälber werden meistens gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt, separat gehalten und getränkt. Die Hörner  werden bei 90 % aller Kühe entfernt. Ein enger Bezug zu den Tieren geht mit dem finanziellen Druck in der Landwirtschaft, der Wachs­tumsidee und der damit einhergehenden grösseren Tierzahl pro Betrieb verloren. Das Thema ist damit sinnbildlich für eine immer stärker spezialisierte und industrialisierte Landwirtschaft, welcher viele Kleinbetriebe zum Opfer fallen.

Früher war es ganz normal, die Milch jeden Tag frisch aus der Milchhütte zu holen. Kaum ein Lebensmittel hat so ein positives Image wie das weisse Getränk, und die Milchwerbung wird in der Schweiz sogar durch Steuergelder finanziert. Doch einige Studien in neuester Zeit weisen darauf hin, dass Inhaltstoffe der Milch nicht nur das Entstehen von Allergien, sondern auch von Krebserkrankungen begünstigen könnten.

Rohmilch, unbehandelt und ohne jegliche Zusatzstoffe, gibts in Reformhäusern oder direkt ab Milchautomat auf „Milchbetrieben“. Soll sie vor dem Genuss pasteurisiert werden? Wir sagen: lieber zu Hause selber erhitzen, als ein standardisierte Milch aus dem Tetrapack, denn „da weiss man was man hat“.

 

 

Beiträge auf Agrarinfo:

Milch ist nicht gleich Milch

Weiterführende Links und Quellen:

Agrarbericht 2014

Richtpreise Milch April 2015

Hornkuh.ch

Euroean Milkboard

Milchmarkt Schweiz (2013)

Milchprofis auf Wachstumskurs

Gesund oder ein Killer?

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Datum:April 29, 2015