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Siedlungsdruck

Jede in der Schweiz lebende Person beansprucht über 400 m2 Boden (für Wohnen, Verkehr, Erholung, Gewerbe). Der Boden im Schweizer Mittelland gehört zu den fruchtbarsten der Welt, aber auch zum begehrtesten Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet des Landes. Die Agglomerationen von Basel, Bern und Zürich wachsen langsam zusammen; das Mittelland wird zur Mittelstadt. Die Vermögensanlage „Land“ ist ein Spekulationsobjekt, umgeben von Landwirtschaft und ländlichem Raum. Der Sachplan Fruchtfolgeflächen (SP FFF) soll das Landwirtschaftsland schützen. Doch jede Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Boden zerstört.

Humusbildung, Wasserspeicherung und Pflanzenwachstum können auf versiegelten Flächen nicht mehr geschehen. Bebauter, asphaltierter, betonierter, befestigter Boden ist vom natürlichen Kreislauf abgeschnitten.

Die Behauptung, mit der industriellen Landwirtschaft einen höheren Gewinn erwirtschaften zu können als mit möglichst naturschonenden Produktionsmethoden basiert auf einer unvollständigen Rechnung: weder die klimatischen noch die gesundheitlichen Konsequenzen noch mögliche (krisen- umwelt- oder wirtschaftsbedingte) Welthandelspreiserhöhungen sind berücksichtigt.

Fruchtfolgeflächen sind die Grundlage für die nachhaltige Sicherung der Ernährung unserer Bevölkerung. Sie sind nicht einfach offenes Ackerland. Fruchtfolgeflächen sind diejenigen Böden, die bezüglich klimatisch geeigneter Lage, genügender Tiefgründigkeit, Struktur und Wasserspeichervermögen über längere Zeit hohe Erträge liefern können, ohne dass der Boden dabei Schaden nimmt. Es sind unsere besten Böden.

Geschätzte 99% unserer Nahrung hängen vom Boden, von Äckern und Weiden, ab. Aber die Bodenvernichtung schreitet unvermindert fort.

 

Beiträge auf Agrarinfo:

Ganz alles ist nicht unsere Schuld …

Interview mit Lumbricus Terrestris zum Jahr des Bodens 2015

Weiterführende Links und Quellen:

Bodennutzung der Schweiz: Auswertung und Analysen

Sachplan Fruchtfolgeflächen

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Datum:April 28, 2015