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56 => 51 Siloballen

SiloballenDie allgegenwärtigen Ballen im Grünen sind eine der Erscheinungen moderner Landwirtschaft. Manchmal wirken sie wie Fremdkörper, können aber genausogut eine Landschaft oder ein Hofbild als kreatives Gestaltungselement bereichern. Bauernbetriebe beziehen auch für die Pflege der Landschaft Direktzahlungen. «Wer Bauer ist, ist auch Landschaftsarchitekt».

Wurde früher das Heu im Tenn gelagert, wird Gras heute direkt auf dem Feld in Siloballen abgepackt. Fermentiert bietet es eine wertvolle Ergänzungsernährung für die Raufutterverzehrer. So nennt man die Wiederkäuer, die, weil sie einen Pansen haben, auch Gras verdauen können. Heute wird rund ein Drittel der weltweiten Getreideernten an Tiere verfüttert. Damit werden Milchkühe und Fleischrinder zu direkten Nahrungskonkurrenten des Menschen. In einem durchschnittlichen Schweizer Milchbetrieb werden etwa 700 Kilo Kraftfutter pro Kuh und Jahr eingesetzt. In Europa sind es sogar mehr als zwei Tonnen. Der Kraftfuttereinsatz bei Fleischkühen ist noch höher: In der USA liegt der Anteil bei 80%, in Deutschland bei 50%, und in der Schweiz zwischen 20 bis 30%; Tendenz zunehmend. Bei Futtergetreide liegt der Selbstversorgungsgrad der Schweiz bei unter 50%, bei eiweisshaltigem Kraftfutter unter 40%. Schweizer Biomilchbauern verfüttern zwischen 300 und 400 Kilo Kraftfutter pro Kuh und Jahr, auf Bio-Suisse-Betrieben gilt seit 2004 eine Kraftfutterlimite von 10%.

Das FiBL hat vor drei Jahren das Projekt «Feed no Food» (Verfüttere keine Nahrungsmittel) lanciert. Bio Weide-Beef weist insbesondere bei der Tierhaltung und bei den Biodiversitätsleistungen Vorteile auf. Deutlich tiefer als in anderen Systemen ist der Energieeinsatz pro Kilo Fleisch, was direkt mit geringerem Einsatz von Kraftfutter und auch Treibstoff zusammenhängt. Je mehr Raufutter, also Gras und Heu, die Kühe bekommen, desto besser ist die Milch. Sie enthält mehr Vitamine und mehr Omega-3-Fettsäuren.

Beiträge auf Agrarinfo:

Grasbasierte Tierzucht und Tierhaltung

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Datum:April 29, 2015