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Event Information

  • Sa
    14
    Okt
    2017

    Gemeinsam statt Einsam - bessere Ernährung dank regionalem Wirtschaften.

    10-16Uhr

    in der Fachhochschule Nordwestschweiz,
    Von Roll-Strasse 10, 4300 Olten

    Am 16. Oktober ist Welternährungstag. 

    Das ethik-labor, Brot für Alle und agrarinfo.ch organisieren am Samstag davor, am 14. Oktober, eine Tagung, um das Thema Ernährungssicherheit und die Ursachen von Welthunger politisch genauer zu beleuchten und um diese in einen nationalen und internationalen Kontext zu stellen.

    In unserer Welt leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger, Mangel- und Unterernährung mit all ihren bitteren Folgen. Massiv betroffen ist die ländliche Bevölkerung im Nahen Osten, in Asien, Ozeanien, in Afrika, der Karibik und in Lateinamerika. Primär sind dies die Folgen westlicher Machtpolitik und wirtschaftlicher Interessen, mit denen die Länder des Südens ausgebeutet wurden und werden. Dabei spielt der Welthandel unter dem wohlklingenden Etikett ‚Freihandel’ eine zentrale Rolle. Finanzkräftige Investoren haben zudem riesige Anbaugebiete zusammengerafft, oft verbunden mit der Vertreibung ansässiger Kleinbauern, denen jetzt der Zugang zu fruchtbarem Land fehlt. Margreth Thatcher behauptete in den 80er Jahren ‚There is no alternative (TINA) zu diesem Wirtschaftssystem. Das ist längst tausendfach widerlegt: Es gibt unzählige erfolgreiche Alternativen, mit der sich diese Tagung befassen wird. Sie reichen von der Ernährungssouveränität, wie sie die Via Campesina formuliert hat, über die erfolgreiche Tradition der Genossenschaften und der Commons, der Vertragslandwirtschaft – und – und – und ...

    Moderation:  Thomas Gröbly, ethik-labor

    Programm:
    Referate:
    • Dr.Prof. Mathias Binswanger, FHNW:
      Agrarschutz: hilft Bauern in reichen Ländern und schadet Bauern in armen Ländern?
      Agrarfreihandel ist nicht nur ein Problem für Bauern in reichen Ländern wie der Schweiz, sondern auch für Bauern in Entwicklungsländern, da er eine Umstellung der Landwirtschaft auf Exportprodukte wie Kaffee, Tee, Baumwolle oder Kakao mit sich bringt, so dass sich diese Länder oft nicht mehr selbst mit Nahrungsmitteln versorgen können.

    • Tina Goethe, Brot für Alle BFA:
      Wir fressen die Welt. Höchste Zeit für eine radikale Umkehr.
      Das industrielle, globalisiere Ernährungssystem hat ausgedient. Es braucht eine radikale Umkehr hin zu ökologischem Anbau, lokaler Produktion und regionalen Märkten und Netzwerken.

    • Silke Helfrich, Commons-Institute:
      Landwirtschaft und Lebensmittel als Commons denken. Keine Utopie.
      Commons beschreiben gemeinsinnige Organisationsformen und eine grundsätzlich andere Art des Seins und Produzierens. Es gibt sie überall auf der Welt in traditioneller wie moderner Form. Das ist gut, denn es ist nicht sinnstiftend, das Land zu bearbeiten als wäre es leblos. Es ist nicht sinnvoll, Boden, Wasser, Biodiversität, Saatgut und Lebensmittel zu behandeln wie andere Waren auch. Deshalb gibt es die Mundraub-Plattform, den Kartoffelpark in Peru, das internationale System of Rice Intensification, das globale Low-Tech Projekt Open Source Ecology, die neue "Open Source" Lizenz für Saatgut. Es gibt Terre de Liens in Frankreich, die Kulturland e.G. in Deutschland, die Vertragslandwirtschaft in vielen Ländern der Erde, die us-amerikanischen Lebensmittelräte und vieles mehr. Die Phänomene sind verschieden, die Kernideen oft gleich. Wir wollen sie erkunden.
    Projektpräsentationen
    • Fred FrohoferNeustart Schweiz und NeNa1
      Wenn wir in klug vernetzten Nachbarschaften von etwa 500 Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen haushalten, ist eine Ressourcen schonende Lebensweise ohne Verlust an Lebensqualität möglich. Die Bau- und Wohngenossenschaft NeNa1 entwickelt solche Projekte und treibt sie voran
    • Ulrich Erb:  Bäuert Boltigen
      Im 16. Jahrhundert gabs zwei grosse Veränderungen im Simmental: die Umstellung von Ackerbau auf Viehwirtschaft und der Übergang von der privaten zur genossenschaftlichen Alpnutzung. Heute gehören vierzig Haushalte zum Bäuert, die nicht nur über Wälder und Weiden mitbestimmen, sondern auch für das Kollektiv Arbeiten ausführen müssen.
    • Bastiaan Frich: Nuglar Gärten
      Die Nuglar Gärten sind 6,5ha Gemüse- und Kräutergärten, Getreideäcker, Obst- und Beerenheine.  Sie werden von einem gemeinnützigen Verein nach dem Modell der Solidarischen Landwirtschaft SoliLa bewirtschaftet. Das heisst, die Mitglieder entwickeln, entscheiden, finanzieren, gärtnern und ernten miteinander. Dazu gibts AckerEvents, den 2000m2 Wektacker und das ganze Netzwerk Urban Agriculture Basel.


    Weitere Projekte werden in einer Ausstellung im Foyer vorgestellt und eine Podiums-/Publikumsdiskussion rundet den Tag ab.

     

    Eintritt:  freier Beitrag,  Anmeldung bis 12. Oktober an gemeinsam.statt.einsam@agrarinfo.ch

    Für Fragen und Projektvorschläge wenden Sie sich bitte an christine.hurlimann@agrarinfo.ch

 

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