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Abfall Raus!

Ich nicht… oder doch? Produziere ich auch 2kg Abfall jeden Tag, wie wir (im Durschnitt) alle?

  • 87'692'000'000kg Abfall. Swiss made und jedes Jahr

    Über 80% davon generiert die Bautätigkeit, 7% sind sogenannte Siedlungsabfälle (Abfall (aus Haushalten, Bürogebäuden, Kleinbetrieben, Hof und Garten sowie aus öffentlichen Abfalleimern)) und gut 6% des Abfalls ist „biogen“ (Grün- und Holzabfälle, Lebensmittel, Landwirtschaft, aber auch Klärschlamm und Abfälle aus der Lebensmittelindustrie). (1)

    „Neben der steigenden Menge verändert sich auch die Zusammensetzung des Abfalls. Der Trend zur Herstellung von komplexeren Produkten (z.B. Verbundpackungen) stellt eine umweltschonende Entsorgung vor zusätzliche Herausforderungen.“ Und „mit der zunehmenden technischen Komplexität von Produkten, insbesondere von Eletronikanwendungen, kommen vermehrt technische Metalle wie Seltene Erden, Gallium, Indum, Cobalt etc. zur Anwendung. Obwohl diese Elemente nur in kleinen Mengen eingesetzt werden, verursacht ihr Abbau in Minen aufgrund ihrer aufwändigen Gewinnung eine hohe spezifische Umweltbelastung.“ (2)

    Trotz Recycling landen auch bei uns jedes Jahr Millionen Tonnen Abfall auf Deponien oder in Kehrichtverbrennungsanlagen, obwohl sie eigentlich weiterverwertet werden können.

    Als Konsument*In merken wir wenig von all dem: Wir machen eine grobe Aussortierung und bringen Altglas, Papier, Karton, Metall und PET zu einer lokalen Sammelstelle zum Recyclen, das meiste andere kommt in Abfallsäcken vor die Haustür, wird abtransportiert und kümmert uns nicht mehr. Nur wenn uns die Kraft fehlt oder wir uns zu bequem sind zum Entsorgen, häuft sich der Abfall zu Hause. Zuerst ist’s vielleicht nur ein Stapel Altpapier, dann wird’s mehr und irgendwann ist die Wohnung vollgemüllt.

    Kehricht, Sperrgut und Sondermüll… Wo konsumiert wird, gibt’s Abfall. Auch im Körper. Was wir essen und trinken, aber auch die Luft, die wir einatmen und den Frust den wir herunter schlucken: alles gibt Abfall.

  • Abfall intern: ein Stoffwechselnebenprodukt

    Jedes Weihnachtsguetzli und jedes Salatblatt, das verstoffwechselt wird, verursacht Abfall in unserem Körper. Wird der nicht weggeräumt, so wird, analog der obengenannten Wohnung, unser Körper vollgemüllt. Ausserdem es gibt Abfall, der kann nicht abgebaut und nicht entsorgt werden. Der wird dann, als wär er unser persönlicher Sondermüll, im Körper endgelagert.

    In einem gesunden Körper passiert viel dieser Müllabfuhr so unbemerkt wie das Abfallsystem für Haushaltsabfall. Wir entsorgen unbewusst, über Nieren, Leber, Darm, das Lymphsystem, die Haut und durch die Lunge. Wie im Haushalt gilt auch für den Körper: Je weniger Mist man heimführt, desto weniger muss man entsorgen. Analog zum Einkaufen ohne Verpackungen kommt die stoffwechselfreundlicheste Ernährung allermeistens ohne Zusatzstoffe aus und ist wenig verarbeitet. Komplexe Produkte dagegen sind schwer abbaubar; ihre Entsorgung stellt den Körper „vor zusätzliche Herausforderungen“, um das BAFU leicht abgeändert zu zitieren.

  • Lymphknoten und andere Garbagedumps

    Fettlösliches wird von der Leber ausgeschieden, Wasserlösliches über die Nieren. Das Lymphsystem kümmert sich um den Zellabfall, bringt ihn aus den Zellzwischenräumen in die Lymphknoten. Da wird unser Kehricht sortiert als wärs ein Werkhof. Und es gibt Gifte, die werden hier endgelagert. Sind die Lymphknoten dann voll, suchen sich die Lymphbahnen den nächsten -Knoten… Kann nichts mehr abgelagert werden, gibt’s einen Rückstau und der Stoffwechselmüll bleibt im Zwischenzellraum hängen und erschwert den Stoffwechsel der Zellen. Chronische Ablagerungen können zu chronischen Leiden führen.

    … bis Berge sich erheben
    Millionen von Tonnen Abfall landen in der Schweiz jedes Jahr in Deponien. In den USA sind sogenannte „Landfills“ sogar Standard. Da wird der Abfall einfach auf einen grossen Haufen getan (genauer gesagt in eine der 2000 über das ganze Land verbreiteten Gruben gefüllt) und dort bleibt er dann liegen. Die USA haben zwar ausgerechnet, dass der Metanausstoss dieser Abfallgruben zur Klimaerwärmung beiträgt, aber das Suchen nach einer Lösung scheint in weiter Ferne. Auch in der zweitgrössten Wirtschaft, China, wird 70% des Abfalls einfach „gedumpt“ und blockiert 50‘000km2 (die Fläche ist grösser als die Schweiz). Der damit verbundene Umweltschaden wurde nicht gemessen, aber der ökonomische Verlust dazu betrage 4.3 Mrd Franken. Smart cities sollen das Problem in China helfen lösen. Smart eating löst das unserer Ernährung…

  • Smart eating

    Die Verdauung fängt im Mund schon an, beim richtig Kauen. Wie lange kauen Sie? Versuchen Sie, eine ganze Minute durchzukauen! Das gibt den Geschmacksrezeptoren Zeit zu „sagen“ ob etwas gut ist oder nicht. Innerhalb einer Woche erneuern sich die Darmzellen. So lange wollen wir den Versuch wagen und richtig kauen. Ich bin gespannt, wie sich als Konsequenz davon die Essgewohnheiten ändern werden. Und wenn man schon mal anfängt … :

    Unser internes Verwertungs- und Abfallsystem ist genial. Damit es richtig funktionieren kann, braucht z.B. die Leber, DAS Stoffwechselorgan, Bitterstoffe. Scharfstoffe sind stofwechselanregend und Saponine dienen generell als Emulgatoren. Wenn man im Frühling oder Herbst mit pflanzlicher Hilfe den Stoffwechsel anregt und „entgiftet“, dann entspricht das dem Frühjahrsputz der Wohnung, damit aus liegengebliebenem Abfall keine chronische Ablagerungen werden. Das Menu dazu ist durchaus abwechslungsreich:
    • Niere: Birke, Brennnessel, Goldrute und Löwenzahn
    • Leber: Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke und Schafgarbe
    • Darm: Bärlauch, Knoblauch, Senna
    • Haut: Holunder, Lindenblüte, Cayennepfeffer und Meerrettich.
    • Mund: Ölspühlung

  • Fazit: Leben mit der Natur...

    Die Natur kennt keinen Abfall. Es gibt nichts Neues, aber viele Verwandlungen, Mutationen, Neuordnungen. Etwas wird geboren, kommt zu Blüte und zur Reife, dann vergeht es wieder und wird zur Grundlage für Neues. Wir können diesen Kreislauf bewusst unterstützen, innerlich und um uns herum, und statt der Natur im Wege zu stehen als ein Teil davon leben.

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