logo

Neue Standortstrategie für Agroscope

Der Bundesrat erhofft sich von einer Straffung des Landwirtschaftsforschungsinstitutes Agroscope mehr Forschung und Praxisnähe.

Am achten Mai hat der Bundesrat mit einem Detailkonzept und einen Umsetzungsplan grünes Licht für die Umstrukturierung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope gegeben.

Agroscope-Leiterin Eva Reinhard zeigt sich zufrieden mit der Standortstrategie und erhofft sich, durch Zusammenlegung und Konzentration von Standorten, sowie einer stärkeren Digitalisierung und mehr Forschung im Labor und Büro freiwerdende Mittel, um 80 neue Forschende anzustellen.  

Agroscope wird künftig aus einem Hauptstandort in Posieux und je einem regionalen Forschungszentrum in Changins und Reckenholz sowie aus dezentralen Versuchsstationen bestehen. Der Standort Wädensswil wird gestrichen, was bei einigen Deutschweizer Bauernbetrieben für Unmut sorgt, weil sie die Westschweiz als bevorteilt sehen.

Dennoch geht der Bund davon aus, dass mit dem Konzept die Land- und Ernährungswirtschaft nachhaltig gestärkt wird.

Durch die Senkung von Infrastruktur- und Betriebskosten erhofft sich Agroscope schon im nächsten Jahr die Finanzierung erster zusätzliche Forschungsstellen. Bis 2028 belaufen sich laut dem Bund die Effizienzgewinne insgesamt auf rund 60 Millionen Franken pro Jahr. Langfristig würden weniger Mittel für Investitionen benötigt. Ausserdem soll Agroscope bis 2028 ein Teil der Effizienzgewinne für vorgezogene Investitionen verwenden um den Bundeshaushalt zu entlasten.

Die verbliebenen Gewinne sollen bis 2028 zusätzlich gut 30 Millionen in den Aufbau von dezentralen Versuchsstationen, die Stärkung der Forschung in den Bereichen Ernährungssicherung, alternativer Pflanzenschutz, Umweltwirkung, wirtschaftliche Tragbarkeit und Erwartungen der Gesellschaft investiert werden. Ab 2028 werden die Effizienzgewinne vollständig für die landwirtschaftliche Forschung von Agroscope verwendet. Durch verstärkte digitale Vernetzung und Zusammenarbeit mit kantonalen Netzwerken erhofft sich Agroscope zudem mehr Wissenstransfer, und Praxisnähe.

Mehr zum Thema:

In der am 8. Mai 2020 aufgezeichneten Medienkonferenz von BR Parmelin über die Zukunft von Agroscope:

In der Medienmitteilung des Bundesrates vom gleichen Tag

Hintergrundinformation zum Treffen des externen Projektausschusses vom 16.Januar 2020 “Zukunftsprojekt Agroscope” →

Zürichseezeitung vom 11. Mai:  Agroscope verschiebt über 100 Stellen von Wädenswil weg →

Beim Schweizer Bauernverband:  Agrarforschung ist wichtiger denn je →

Print Friendly, PDF & Email

Ihr Kommentar

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.