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Essen ist politisch!

Demo am 22. Februar in Bern

Die Bewegung «Landwirtschaft mit Zukunft» ruft für den 22. Februar 2020 zur Demonstration für eine ökologische, sozial gerechte und gesunde Landwirtschaft auf. Ein Thema, dass keineswegs nur die Schweiz und Veganer angeht.

Auch wenn dem Grossteil der verstädterten Bevölkerung in den sogenannt entwickelten Ländern den Zusammenhang zwischen der Landwirtschaft und ihrer Nahrungsmittel und Lebensbedingungen kaum noch wahrnimmt. Die Landwirtschaft und damit verbunden ein gesunder Boden, sauberes Wasser, gerechte Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit in allen Bereichen sind für alle Menschen eine essentielle Lebensgrundlage die akut bedroht ist. Uns ist nicht mehr bewusst, dass auch die aufwändig verpackten und umfassend verarbeiteten Nahrungsmittel im Supermarkt letztlich nicht aus der Fabrik, sondern der Scholle entspringen. Wir kaufen zu billige, zu viele und qualitativ schlechte Nahrungsmittel und lassen us von der Werbung weismachen, dass wir mit dem gelegentlichen Kauf von Bioprodukten unseren Teil zur Rettung der Welt beitragen.

  • Foodwaste und Raubbau

    Gleichzeitig werfen wir allein in der Schweiz über 60 Prozent unseres produzierten Gemüses weg, weil es nicht den akkurat daherkommt oder im Supermarkt in der Mulde landet. Wir spritzen jährlich 1400 Tonnen Pestizide auf unsere Felder. Allein an Schweine und Hühner verfüttern Grosstierzüchter genug Getreide als «Kraftfutter» um damit die gesamte Bevölkerung der Schweiz zu ernähren. Kunstdünger und intensivierter Maschineneinsatz steigern die «Produktivität» gesteigert. Dabei steht es um die Schweizer Landwirtschaft nicht ganz so gut, wie viele glauben. Täglich «sterben» drei bis vier Bauernbetriebe weg und trotz kontinuierlich wachsender Produktivität, sinkt das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern seit den 90er Jahren. Klimawandel, Preisdruck, Pestizidproblematik oder der Verlust von Bodenfruchtbarkeit und Samenvielfalt. Die Liste von Herausforderungen ist lang, gehandelt wird leider oft zu langsam und zu wenig strikt. Um eine nachhaltige Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind wir auf eine ökologische, regenerative und klimagerechte Landwirtschaft angewiesen.

  • Bündnis von Produzenten und Konsumentinnen

    Dabei sind die Begriffe Agrarökologie und Ernährungssicherheit zwei zentrale Forderungen. Die Initiative «Landwirtschaft mit Zukunft» möchte alle Beteiligten zusammenbringen und ihnen die Stimme verleihen, welche schon lange notwendig ist. Dabei ist das oberste Ziel, die Bäuerinnen und Bauern in ihrer Arbeit zu stärken und das irrtümliche Bild des der «Täter und Täterinnen» zu durchbrechen. Unsere Landwirtschaft muss sich verändern, sie kann und muss Teil der Lösung unserer ökologischen und sozialen Probleme sein. Dafür sind wir alle gefordert, nur gemeinsam werden wir vorankommen. Um dieses unfaire System zu einem sozialen, bäuerlichen und agrarökologischen zu verändern, ist Mut, Wille und Hoffnung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefordert. Packen wir es jetzt an. Im Jahr 2020 stellt die Schweiz mit der Agrarpolitik 22+, der Pestizidinitiative, dem CO2-Gesetz und vielen weiteren Ereignissen wichtige Weichen für die Zukunft der Landwirtschafts- , Ernährungs- und Klimapolitik. Der Druck der Strasse am 22. Februar in Bern aber auch eine breite, öffentliche Debatte trägt massgeblich zum Erfolg bei. Bäuerinnen und Bauern brauchen unsere Unterstützung!Global vernichtet die Palmöl- und Futterindustrie in unvorstellbarem Ausmass Regenwälder und die Lebensbedingungen von Indigenen und Kleinbauern und bäuerinnen. Industrielle Landwirtschaft verpestet und verdichtet Böden und Wasser, vernichtet die Insektenpopulation und begeht ungestraft schwere Menschenrechtsverletzungen. Hybridsaatgut verspricht angeblich sicherere Ernten, treibt aber die Landwirtschaft in die Abhängigkeit der Agrochemie- und Saatgutindustrie.

  • Eine andere Landwirtschaft ist möglich

    Dabei werden (global und in der Schweiz) 30 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der UNO würden allein die weggeworfenen Lebensmittel ausreichen, um 9-12 Milliarden Menschen zu ernähren. Im Klartext: Es gibt bereits jetzt mehr als genug Nahrungsmittel für die gesamte Menschheit und dennoch leidet eine Milliarde Menschen an Hunger oder Mangelernährung. Der Imperialismus und Kolonialismus von Heute ist der Kampf der Grosskonzerne um unsere Lebensmittelressourcen. Bereits heute kontrollieren 5 Grosskonzerne 45 Prozent der Nahrungsmittelproduktion.

  • Eine andere Landwirtschaft muss her – und ist möglich: Vielfältig, zukunftsfähig sowie sozial und ökologisch tragbar. Hier und auf dem gesamten Globus. In unserem heutigen Verständnis und der aktuellen Situation scheinbar radikal. Doch es ist die einzige Möglichkeit, unsere Lebensgrundlage langfristig zu erhalten. Bäuerinnen, Bauern und Konsumentinnen und Konsumenten – zusammen können wir es schaffen.

  • Die Forderungen von Landwirtschaft mit Zukunft:

    Klimagerechtigkeit: Durch eine ökologische und solidarische Landwirtschaft müssen andere Menschen, unsere Böden und die Tierwelt nicht unter den Auswirkungen unseres Produktions- und Konsumverhaltens leiden.

    Faire Preise: Wenn Bäuerin und Bauer einen gerechten Preis für Arbeit und Produkt erhalten, kann das System nachhaltig sozial und gerecht funktionieren.

    Pflanzliche Produktion: Durch eine vermehrt pflanzliche Produktion können ökologische und gesundheitliche Folgen stark vermindert werden.

    Agrarökologie: Durch eine regenerative und permakulturelle Landwirtschaft kann die Bodenfruchtbarkeit langfristig gewährleistet werden.

    Food waste: Würde die Schweiz ihre Überschüsse zu Produkten verarbeiten, würde ein grosses ökologisches Problem gelöst.

    Direktvermarktung: Durch vermehrten direkten Handel kann die Wertschöpfung der Bäuerinnen und Bauern erhöht und die Verbindung zu Konsument*innen verstärkt werden

    Gesundheit: Durch eine Landwirtschaft frei von synthetischen Pestiziden können Grundwasser und Böden sauber gehalten und die Bodenfauna erhalten werden.

    Ernährungssouveränität: Durch eine dezentrale und kleinstrukturierte Landwirtschaft kann eine nachhaltige Versorgung sicher und souverän gewährleistet werden.

    Biodiversität: Durch eine vielfältige, sortenechte Saat kann die Biodiversität erhalten werden. Diese ist die Grundlage für ein stabiles Ökosystem.Saisonalität.
    durch eine vermehrt saisonale Ernährung wird nachhaltig konsumiert und die lokale Produktion gefördert.


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