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Putz- und Waschmittel können die Natur und unsere Gesundheit gefährden

  • Bildteil von Natalia Goncharovas Wäscherinnen

Saubere Wäsche –Sauberes WC – aber dreckige Gewässer – dreckige Umwelt ?

Das muss nicht sein!

Ja, Bio ist in aller Munde und wir wollen nachhaltig leben. Schauen wir uns aber die Regale in den Supermärkten genauer an, sind sie voll von Produkten, die unsere Gesundheit, die Gewässer und die Natur nachhaltig schädigen können. Auffallend viele Wasch- und Putzmittel fallen durch ihre Inhaltsstoffe negativ auf. Haben wir wirklich keine Alternativen zu den gängigen „Saubermachern“?


  • Teure Werbung, die viel verspricht und wenig hält

    Wir kennen alle die Werbung von Meisterproper, „putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann. Oder Clementine, die verspricht, „Ariel wäscht nicht nur sauber, sondern rein!“ Bei Stiftung Warentest.de landete Meisterproper auf dem letzten Platz (2) – teuer und hatte hauptsächlich bei Seifenresten grosse Mühe… Und Ariel landete beim Ökotest (2019) auf dem letzten Platz.(1) Und doch sind sie Verkaufsschlager und der Werbeaufwand lohnt sich offensichtlich. Beide Marken gehören dem internationalen Multi Procter&Gamble, der auch Marken wie Always, blend-a-dent, Plenty, Crest, Dash, Gilette, Braun, Lenor, Pampers, Swiffer, Bounty, Oral-B, … um nur einige zu nennen… besitzt.

  • Der Konsumgüter-Gigant Procter&Gamble

    Procter & Gamble (P&G) (3) Umsatz 66,832 Mrd. US-Dollar, Bilanzgewinn, 9,7 Mrd. US-Dollar) ist ein amerikanischer Konzern, der im Konsumgüter-Segment weltweit operiert und dort mit rund 300 Produkten aus den Bereichen Beauty, Hygiene und Babypflege, Gesundheit, Haushalt sowie Friseurprodukte und Tiernahrung vertreten ist. (4) Im Geschäftsjahr 2019 wandte das Unternehmen rund 6,8 Milliarden US-Dollar für Werbung auf. P&G ist mit Marketingausgaben hinter Samsung der zweitgrösste Werbetreibende weltweit. P&G nahm seine Tätigkeit 1953 in der Schweiz auf, ist mittlerweile der drittgrösste private Arbeitgeber im Kanton Genf und zählt zu den 50 grössten Unternehmen in der Schweiz.

  • Wo steckt was drin? Packungsbeilage lesen ist wichtig

    Zu Risiken oder Nebenwirkungen lesen die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Wir kennen das alle. Wir sind krank, gehen zum Arzt und bekommen das entsprechende Medikament. Von der Apotheke bekommen wir das Medikament, meist mit Ratschlägen zur Einnahme: Vor dem Essen oder nach dem Essen – alle Tabletten bis zum Schluss einnehmen, nicht vor dem Schlafengehen, viel Trinken, aber keine Alkohol, etc. etc.

    So – und dann kommt es – wir machen die Schachtel auf und lesen die Packungsbeilage.

    Sie ist sage und schreibe 40cm lang und auf beiden Seiten in den drei Landessprachen bedruckt. 20 cm allein die möglichen Nebenwirkungen. Nun – mich wird es nicht treffen – Augen zu und durch. Es stehen Warnungen auf der Packungsbeilage wie – Sonne meiden – während der Schwangerschaft nicht einnehmen – ausser Reichweite von Kindern aufbewahren – kann in seltenen Fälle zu einer Thrombose führen – kann Allergien auslösen etc etc. Ich lese diese Packungsbeilagen nicht gerne durch, denn sie verkünden ein mögliches Unheil, das ich lieber nicht kennen will, wichtig wäre es trotzdem.

  • Allergien und Krankheiten werden in Kauf genommen

    Bei Waschmitteln und Putzmitteln stellt sich eigentlich die gleiche Frage. Welches sind die möglichen Nebenwirkungen, resp. nicht die möglichen, sondern die, die in Kauf genommen werden. Dass ich eine Nussallergie habe, darf ich inzwischen laut sagen, aber eine Allergie auf Reinigungsmittel? Soll ich, wenn ich bei Freundinnen oder im Hotel übernachte fragen, womit die Wäsche gewaschen oder der Teppich gereinigt wurde? Das fragen nicht einmal diejenigen, die erkannt haben, woran sie leiden, nämlich an einer Allergie auf die gefährlichen Stoffe in den „Saubermachern“. Diese Menschen nehmen wahrscheinlich eher ihre eigene Bettwäsche mit, um sich zu schützen, oder bleiben schlimmstenfalls sogar lieber zu Hause.

  • Gesundheitsrisiko Reinigungsmittel

    Wasch- und Putzmittel enthalten Inhaltsstoffe, die eine Allergie oder Krankheiten auslösen können. In den allermeisten Mitteln sind folgende Stoffe enthalten:

    Tenside, Enzyme, Bleichmittel, Duftstoffe oder Farbstoffe sowie Desinfektionsmittel. Je mehr davon in einem Produkt drinsteckt, desto gefährlicher.

    Und dabei duftet es doch so schön sauber… nach Frühling, nach Blumen,  – etwas feinem, das uns einlullt und umhüllt und uns und uns nahestehenden Personen ein sauberes Gefühl vermittelt. Frisch gewaschen, aber mit Nebenwirkungen, die sich häufig erst nach Jahren zeigen. Zwei Stoffe, Tenside und Duftstoffe, haben das Utopiateam und Merkur.de aufgeschlüsselt, hier eine Zusammenfassung.

  • Tenside und Duftstoffe, was wir wissen sollten

    (5) Tenside sind in fast wie allen Reinigungsmitteln enthalten: Sie lösen das Fett. Dieser Stoff stellt jedoch eine Gefährdung für die Gesundheit dar und können zu Reizungen der Atemwege führen, wie das Luftanalyse-Zentrum (7) warnt. Sie würden die Raumluft massiv belasten. Sie belasten aber auch unsere Umwelt, denn weil Tenside beispielsweise in Waschmitteln enthalten sind, gelangen sie natürlich auch in unser Abwassersystem. Dieses Wasser kommt so auch in Flüssen und Seen. Dort können sie wiederum aktiv werden und setzen dort die Oberflächenspannung des Wassers herab. Dadurch wird der Lebensraum von vielen Kleinstlebewesen zerstört, die wiederum für andere Wassertiere wichtig sind.

    (6)  Erdöl – Tenside: Langzeitwirkung beachten

    Erdöl- Tenside müssen laut EU-Verordnung biologisch abbaubar sein. Allerdings betrifft das die Oberflächen- und nicht die Endabbaubarkeit. Das bedeutet im Ergebnis: Nach wie vor können erdölbasierte Tenside bzw. ihre Abbauprodukte in die Umwelt gelangen und dort über lange Zeit verbleiben. Für Wasserorganismen können die Substanzen toxisch sein. Für unsere Gesundheit sind sie bedenklich, weil sie Haut und Schleimhäute austrocknen und so anfälliger machen für Allergien und Ausschläge.

    (6) Palmöl-Tenside: Regenwald im Waschmittel

    Die Alternative zu Tensiden auf Erdölbasis sind Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen, in erster Linie Seifen und Zuckertenside. Leider wird dafür heute überwiegend Palmöl verwendet. Um die hohe Nachfrage nach Palmöl zu decken, werden vor allem in Asien riesige Mengen Regenwald abgeholzt und in Monokulturen verwandelt. Leider gibt es bisher nur wenige palmölfreie Reinigungsmittel. Lediglich Sonnett, memo und Good Soaps bieten derzeit einige Produkte ohne Palmöl an.

    (6) Duftstoffe: Schwer abbaubar.

    Fast alle Wasch- und Putzmittel enthalten Duftstoffe. Dabei sind sie für die Reinigungsleistung wirkungslos und viele gelten als potenziell allergieauslösend. In der Regel ist auf der Verpackung jedoch nur der zusammenfassende Hinweis „Duftstoff“, „Parfum“ oder „Fragrance“ zu finden. Denn deklariert werden müssen nur 26 als besonders allergen eingestufte Duftstoffe. Neben den gesundheitlichen Risiken bringen bestimmte Duftstoffe, insbesondere einige Moschusverbindungen, auch im Abwasser Probleme mit sich: Sie sind giftig für Wasserorganismen und in der Umwelt nur sehr schwer abbaubar. Allerdings gilt das leider auch für einige natürliche Duftstoffe wie zum Beispiel Limonen. Auch sie können Allergien auslösen, daher sind Öko-Reinigungsmittel keine Garantie für die Verträglichkeit.

    > Daten und Fakten (Quelle Naturwaschmittel aus Wald und Wiese, Gabriela Nedoma / Greenpeace)”

  • Wir haben die Wahl – die Natur nicht

    Viele von uns haben keine Probleme mit den verschiedensten Reinigungsmitteln. Und das ist gut so. Oft trifft es längst nicht alle und auch nicht gleichermassen. Verschiedene Menschen sind auf verschiedene Produkte sensibel. Wir haben die Wahl, die Natur hingegen nicht. Also sollten wir uns auch hier gute Alternativen überlegen. Es stellt sich die Frage nach alltagstauglichen Lösungen, nach Kompromissen, ohne zu sehr die Lebensgewohnheiten auf den Kopf stellen zu müssen. Vielleicht ist aber auch so, dass wir ein Umdenken einleiten müssen, denn die Natur lässt sich nicht belügen, sie reagiert und auch wir und die kommenden Generationen werden die Konsequenzen tragen. Was kompliziert tönt, kann sehr einfach sein.

  • Einfache und kostengünstige Alternativen zu herkömmlichen Putzmitteln

    • (8) Essig und Salz mit Wasser verdünnen und zum Kochen bringen und damit Geschirr wie beispielsweise Töpfe reinigen.
    • Natronpulver als Teppichreiniger. Den trockenen Teppich mit dem Pulver bestreuen, eine Stunde einwirken lassen, dann mit dam Staubsauger entfernen.
    • Mit Olivenöl und Essig können Sie eine Holzpolitur herstellen. Verwenden Sie dazu am besten drei Esslöffel Olivenöl und einen Esslöffel Essig.
    • Mit Backpulver und etwas Wasser können Sie einen Ofenreiniger herstellen. Lassen Sie die Masse über Nacht einwirken und wischen Sie diese am nächsten Morgen mit einem feuchten Lappen ab.
    • Backpulver ist auch als WC-Reiniger einsetzbar. Bestreuen Sie die Toilettenschüssel mit einer Packung Backpulver und lassen sie diese einige Stunden einwirken. Danach nachbürsten und abspülen.
    • Geschirrspülmittel und Essig reinigen Böden und sämtliche Oberflächen gründlich und ohne Nebenwirkungen.
    • Essig wirkt auch als Glasreiniger: Einfach einen Schuss Essig ins Wasser geben und damit die Scheibe wässern.
    • Im Badezimmer wirkt eine Mischung aus Geschirrspülmittel und Zitronensaft.

  • Alternativen zu den herkömmlichen Waschmitteln

    Um alltagstaugliche Lösungen zu finden, lohnt es sich nach Waschmitteln zu suchen, die die Gesundheit der Menschen weniger gefährden und unsere Umwelt weniger belasten. Hier werden inzwischen gute Lösungen angeboten.

  • Öko-Test empfiehlt Baukastensystem als Testsieger

     (1) In jedem Waschmittel können Stoffe enthalten sein, die biologisch nur schwer oder nicht vollständig abbaubar sind. Wenn Wir unsere Wäsche richtig waschen, können wir aber die Belastung für die Umwelt reduzieren und neben Chemikalien auch noch eine Menge Geld sparen.

    Testsieger ist für “Öko-Test” das “Sonett Waschmittel Konzentrat im Baukastensystem”.

    Es enthält weder Parfüm noch optische Aufheller oder synthetische Polymere. Diese synthetischen Polymere (Mikroplastik oder auch flüssiges oder gelartiges Plastik) werden von Herstellern eingesetzt, um Schaumbildung in der Waschmaschine zu reduzieren. Die Verbindungen sind aber schwierig aus dem Wasser zu filtern und landen oft über Klärschlamm wieder in der Umwelt. Enthärter und Fleckenentferner, die bei anderen Produkten automatisch dabei wären und die Umwelt belasten, könnten bei diesem Waschsystem Sonett bei Bedarf hinzugefügt werden. 

    Aufgrund der Duft- und Farbstoffe, optischen Aufheller, Desinfektionsmittel, Enzyme oder Konservierungsstoffe sind handelsübliche Waschmittel für Allergiker meist nicht geeignet. Die Verbraucherzentrale Hamburg (9) nennt für Menschen mit einer Waschmittelallergie folgende Waschmittel ohne problematische Inhaltsstoffe: Ullrich natürlich, HAKA, Sonett

Anwendungstipps…..

Selber machen und gutes Tun

 

 

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Ulrike Minkner ist Bäuerin auf dem Hof La Souriche in Mont-Soleil und Uniterre Vize-Präsidentin

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