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Wie finde ich meine Ökofavoriten

Am 20. Oktober sind die National- und Ständeratswahlen. Doch viele Wahlberechtigte füllen ihre Wahlzettel aus Gewohnheit oder auf Grund der – oft nur all zu hohlen – Parolen auf den Wahlplakaten in die Urne.

Nur zu oft wählen unbedarfte Bürgerinnen und Bürger gegen die eigenen Interessen. Ein besonders krasses Beispiel ist die SVP, die einen Grossteil ihrer Wählerstimmen bei sozial Benachteiligten abfischt, obwohl sie konsequent versucht jedweden Sozialabbau voranzutreiben.

Doch dank Internet hat man heute die Möglichkeit, die tatsächliche Ausrichtung der jeweiligen Parteien verhältnismässig einfach und konkret zu überprüfen. Meinungsforschungsinstitute veröffentlichen, vor allem in Zusammenarbeit mit der Tamedia AG auf Plattformen wie Easyvote, Smartvote oder Vimentis sogenannte Smartgrids.  Spinnennetzförmige Diagramme, die aufzeigen, welche Haltungen die Parteimitglieder im Durchschnitt vertreten. Dabei tritt einiges überraschendes zutage.

  • Überraschung durch Smartgrids

    So gewichten zum Beispiel die GLP-Mitglieder einen ausgebauten Umweltschutz nicht mehr als die SP, und deutlich weniger als die GP. Insgesamt kann man die GLP eigentlich als klassische Mittepartei mit einem etwas stärkeren Umweltbewusstsein als die anderen beiden verbliebenen Mitteparteien, CVP und BDP, bezeichnen. Wobei sowohl CVP als auch BDP sozialer politisieren als die GLP. Alle drei Parteien stehen etwa gleich stark für eine liberale Wirtschaftspolitik, die auf den Diagrammen zu Recht dem Umweltschutz diametral entgegengesetzt dargestellt wird. Interessant ist, dass die Diagramme von SP und Grünen fast völlig übereinstimmen.

  • FDP und SVP haben ökologisch nichts zu bieten

    Die FDP hat aus ökologischer Sicht ebenso wie die SVP praktisch nichts zu bieten. Alle anderen Parteien gewichten den Umweltschutz deutlich höher. Die ehemals radikaldemokratische FDP, die Bürgerrechte und -freiheiten (Liberale Gesellschaftsordnung) einst stark gewichtete, ist in dieser Hinsicht deutlich nach rechts gerutscht und bewegt sich stark in der Nähe der  der SVP, die hinsichtlich der Zivilgesellschaft oft menschenrechtswidrige Positionen vertritt. Freisinnig und liberal ist die FDP nur noch in Wirtschaftsfragen. Auffallend ist, das die SVP zu den meisten wichtigen politischen Themen praktisch keine Position hat. Lediglich die Fragen der Migration und härterer Gesetze und Strafvollzug scheinen die ehemalige Bauernpartei noch zu interessieren.

  • Massgeschneiderte Kandidatinnen und Kandidaten

    Doch National- und insbesondere Ständeratswahlen sind nicht zuletzt Personen- und keine Parteiwahlen. Statt die Listen einzelner Parteien als Gesamtpaket einzuwerfen, kann man hemmungslos Kandidaten anderer Parteien (auch Regionaler Kleinparteien wie BastA in Basel oder die AL in Zürich) auf die Liste nehmen und einzelne Kandidaten der Parteiliste streichen (Panachieren). Auf der Plattform Smartvote zum Beispiel kann man durch die Beantwortung von Fragen zu allgemeinen und aktuellen politischen Themen quasi seine Massgeschneiderten kantonalen Kandidaten herausfiltern.

    Doch hier ist eine gewisse Vorsicht geboten. Interessant ist die Gewichtung der Themen, womit in gewissem Masse schon eine Manipulation Stattfindet. Fragen zu Migration und Flüchtlingen, Soziale Themen (vor allem zum Sozialabbau) und Wirtschaftsthemen stehen weit oben auf der Liste der Fragebögen. Die zum Teil wirklich existenzielle Umweltthemen und Landwirtschaft erscheinen erst am Ende der Fragebögen. Ausserdem sind die Fragen zum Teil recht schwammig und suggestiv formuliert. Restriktive Finanzpolitik zum Beispiel heisst nichts anderes, als weitere Abbaumassnahmen am Öffentlichen Dienst und den Sozialwerken. Unter Liberal verstehen die Plattformen und ihre Medienpartner in der Regel, wie die ehemalige Mittepartei FDP mittlerweile lediglich Wirtschaftsliberalität.

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